Ortsverein
Der „Tag der deutschen Arbeit“ war einer der wichtigsten Feiertage im Festkalender der Nazis. (Foto: Stadtarchiv Bad Waldsee)
Auch im gesellschaftlichen Leben von Waldsee übernimmt die neue Bewegung die Macht – 1. Mai wird besonders gefeiert
Bad Waldsee: Ein Leiterwagen mit Getränken, eine Radtour mit der Familie, eine Wanderung mit Freunden: Das waren am Mittwoch für viele Waldseer die Zutaten für einen 1. Mai nach ihrem Geschmack. Der Feiertag, dieser Tag der Arbeit, hatte vor 80 Jahren eine gänzlich andere Choreografie, inszeniert von den Nationalsozialisten, die nicht nur im Gemeinderat zu dieser Zeit die Macht Stück um Stück an sich rissen.
Bad Waldsee: Aus heutiger Sicht fällt es schwer nachzuvollziehen, in welcher Geschwindigkeit im Jahr 1933 die Nationalsozialisten die Macht ergreifen konnten – bis in die kleinste Verästelung der Kommunalpolitik hinein. Noch im Februar 1933, kurz vor der Reichstagswahl am 5. März, hatte die Zentrumspartei im Waldseer Tagblatt die NSDAP als eine „rücksichtslose Partei“ bezeichnet mit der Befürchtung, es drohe bald eine „brutale Parteiherrschaft“. Im Mai, also gerade einmal drei Monate später, haben die Zentrumspolitiker der Stadt resigniert und stimmten freiwillig ihrer Dezimierung im Gemeinderat zu.
Bad Waldsee Es ist die eine Sache, den geschichtlichen Blick zurück zu werfen auf die Anfänge der Nazi-Zeit in Deutschland. Trotz intensiver Aufarbeitung stellt sich vielen Menschen bis heute, oder auch gerade heute, die Frage: Wie konnte alles so weit kommen? Wie konnte Hitler, wie konnte die NSDAP, so unaufhaltsam die Macht übernehmen? Die Antworten darauf sind oft schmerzlich, verbunden mit vielen Konjunktiven wie: hätte, wäre, wenn. Ein zentraler Zeitpunkt hierbei ist die Reichstagswahl vom 5. März 1933 – die letzten freien Wahlen in Deutschland –, die sich jüngst zum 80. Mal gejährt hat.
Liebe LeserInnen,
der SPD-OV Bad Waldsee und die SPD-Gemeinderäte laden herzlich zur Veranstaltung zum nachfolgenden Termin ein.
Vortrag und Diskussion sollen bei Bürgerinnen und Bürgern sowie bei Verantwortlichen in Verbänden/Verwaltungen und Unternehmensleitungen ein Bewusstsein für nachhaltige Innovationen in der Energiewirtschaft schaffen. Schließlich braucht die eingeleitete Energiewende neue Impulse, sie darf nicht ausgebremst werden.
Auf eine rege Teilnahme und eine spannende Diskussion freue ich mich.
Herzliche Grüße
Annette Uhlenbrock
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