Die Schwäbische Zeitung berichtet am 13.12.2021 (Wangen, J.P.Steppat):
Wangener Politiker und Arzt kritisiert Minister Lucha wegen Krankenhaus-Plänen deutlich
In die laufende Debatte zur Zukunft der Krankenhaus-Landschaft in der Region hat sich jetzt auch Dr. Alwin Burth eingeschaltet. Mit deutlichen Worten kritisiert er Landessozialminister Manfred Lucha, fordert den Erhalt der medizinischen Grundversorgung am Westallgäu-Klinikum, wirft aber auch der Oberschwabenklinik (OSK) Fehler vor.
Burth ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Wangener Gemeinderat, mit seiner Gemeinschaftspraxis seit 30 Jahren niedergelassener Arzt in der Stadt und war zuvor an verschiedenen Kliniken in der Region tätig.
In einer Stellungnahme vom Montag schreibt er: „Eine alternde Gesellschaft braucht eine medizinische Grundversorgung ambulant und stationär in der Fläche.“ Dazu gehört für ihn eine chirurgische und internistische Notaufnahme und Versorgung sowie eine Geburtshilfe.
Spezialisierte Medizin könne in Zentren bündeln, „aber die Grundversorgung gehört in die Fläche“. Hintergrund: Sowohl nach den derzeitigen Plänen der OSK, als auch nach den am Donnerstag im Ravensburger Kreistag von Lucha formulierten Vorstellungen, soll das Wangener Krankenhaus von einem Grund- und Regelversorger zu einem spezialisierten Haus umgestaltet werden, vor allem im orthopädischen Bereich.
Dr. Alwin Burth, niedergelassener Arzt in Wangen und SPD-Fraktionsvorsitzender, reagiert auf die Aussagen vor dem Ravensburger Kreistag zur regionalen Krankenhauspolitik, mit denen der baden-württembergische Gesundheitsminister Lucha im Dezember 2021 viele der Kreisrät:innen provoziert und die Menschen im Kreis verunsichert hat.
Alwin Burth: "Mit seinen Äußerungen hat Herr Minister Lucha provoziert. Der gesundheitspolitischen Diskussion im Kreis und der Region hat er keinen Dienst erwiesen. Hoffen wir, dass der Kreistag einer Spaltung des Landkreises in Schussental und Westallgäu nicht folgt."
"Herr Gesundheitsminister Lucha hat bei seiner Vision für die Krankenhauslandschaft im Kreis Ravensburg nach meiner Meinung einige Tatsachen nicht berücksichtigt.
Das Neue Elisabethenkrankenhaus in Ravensburg hat zu viele Betten. Personalmangel muss jetzt dafür herhalten, dass man nur 400 der 542 Planbetten betreiben kann. Der damals beschlossene Neubau im Bestand hat Millionen verschlungen. Ein Neubau an verkehrsgünstiger Stelle im Kreis wäre deutlich billiger gewesen. Von den Folgen des Neubaus mit organisatorischen und baulichen Einschränkungen hat sich das Haus weder personell noch im Management bis heute nicht erholt. Die Schließung von anderen Kliniken im Verbund und Zusammenlegung mit Friedrichshafen mag zwar aus wirtschaftlicher Sicht Sinn machen, missachtet aber die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, insbesondere im Westallgäu. Die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung ist kein verhandelbares Wirtschaftsgut. Das Westallgäu mit mobilen Intensivstationen und Hubschraubern zu vertrösten ist absurd. Die Personalnot gibt es nicht nur bei den Pflegekräften sondern auch bei Ärzten und Rettungssanitätern. Und wie oft kann der Hubschrauber im Winter nicht fliegen und die Rettungswagen stehen im Stau, oder kommen bei Glatteis nicht voran.
Unser Fraktionsvorsitzender Dr. Alwin Burth hat die Haushaltsrede der
SPD Gemeinderatsfraktion für das kommende Jahr 2022 gehalten.
Schwerpunkt ist die kritische Hinterfragung der Notwendigkeit vieler Investitionen und die Forderung nach klima- und umweltverträglicher, zukunftsfähiger Ausrichtung der städtischen Investitionen und Aktivitäten. Hier die ganze Rede als PDF-File.
von Carola Rummel
Am Freitag, 19.11.2021 lud der SPD-Ortsverein Bad Waldsee zu einem Roten Stammtisch in der Mälze des Grünen Baums ein.
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