Zwischen historischem Mut und heutiger Verantwortung – ein Blick auf Bad Waldsee gestern und heute

Veröffentlicht am 17.12.2025 in Kommunalpolitik

Jubiläen sind mehr als bloße Jahrestage. Sie laden dazu ein, innezuhalten und sich zu vergegenwärtigen, wofür eine Stadt steht, welche Werte sie geprägt haben und welchen Mut frühere Generationen aufgebracht haben, um ihre Zukunft selbst zu gestalten. Gerade der Blick in die Geschichte kann helfen, heutige Entscheidungen einzuordnen und kritisch zu hinterfragen. Vor diesem Hintergrund möchte ich den anstehenden 600. Jahrestag unseres Rathauses zum Anlass nehmen, über Mut, Verantwortung und verpasste Chancen in der Gegenwart zu sprechen.

Beitrag von unserem Gemeinderatsmitglied Karl Schmidberger, Bad Waldsee, Dezember 2025

Liebe MitbürgerInnen

 

Im Jahr 2026 jährt sich zum 600. Mal die Erbauung unseres historischen Rathauses. Wie Sie vielleicht schon wissen, war es für diese Zeit der höchste nicht kirchliche Bau in ganz Süddeutschland. Manchmal lohnt ein Blick in die Geschichte. Warum haben die Waldseer Bürger einen für diese Zeit gigantischen Bau errichtet? Es gab damals immer wieder Reibungen, einerseits mit dem Chorherrenstift und andererseits mit dem Adel, der trotz Bemühungen der Stadt, sich freizukaufen diese immer wieder verpfändete. Die mutigen Bürger von Waldsee wollten beiden Parteien zeigen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, ihre Geschicke selbst zu bestimmen. Der bescheidene Reichtum, den sie durch Tuch- und Kornhandel erzielt haben, sollte in diesem monumentalen Bauwerk Ausdruck finden.

 

Dass der Waldseer Rat 599 Jahre später ein Biosphärengebiet vorzeitig beendet, ist zwar demokratisch völlig legitim, aber mutig ist es nicht.

Allein, dass der Adel unseren Oberbürgermeister persönlich angreift und behauptet, er würde uns Gemeinderäte unter Druck setzen, delegitimiert ihn.

Dass es genau 500 Jahre nach dem Bauernkrieg eine Allianz von Bauern und Adel gibt, ist bemerkenswert.

Mutig ist es auch nicht, weil wieder einmal die Chance verpasst wurde, einen Bürgerentscheid dazu herbeizuführen. In meinen Augen wurden die Interessen einiger Weniger über das Interesse von evtl. Vielen gestellt.

Einige Argumente gegen das Biosphärengebiet hätten in meinen Augen eher dafür gesprochen, wie z.B. „...man kann die Region Oberschwaben touristisch auch anderweitig aufwerten...“.

Nur wer macht es?

Aktuell sehe ich als Ortschafts-, Gemeinde-und Kreisrat hier niemanden. In einem Biosphärengebiet hätte es eine vom Land bezahlte Geschäftsstelle gegeben, die genau dies getan hätte.

Die SPD Gruppierung wünscht allen eine besinnliche Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026!

     Euer Charly Schmidberger

Homepage SPD Bad Waldsee

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