SPD nominiert Christel Ulmer als Landtagskandidatin

Veröffentlicht am 18.05.2010 in Pressemitteilungen

RAVENSBURG – Eine Wahlkreismitgliederversammlung der SPD hat am Montagabend die Ravensburger Erzieherin Christel Ulmer als Landtagskandidatin für den Wahlkreis 69 (Ravensburg) nominiert. Die SPD setzt damit auf ein auch in der Partei neues Gesicht und den inhaltlichen Schwerpunkt Bildung und Erziehung. Ulmer ist stellvertretende Vorsitzende des Kita-Bündnisses Baden-Württemberg. Ersatzbewerber im selben Wahlkreis wird der Weingartner Juso und stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Fabian Börner.

Der SPD Kreisvorsitzende Otto Ziegler erläuterte zu Beginn der Nominierungsversammlung die Ansprüche, die die Partei für die Landtagswahl im März des kommenden Jahres erhebe. Man habe natürlich nach den letzten Wahlergebnissen viel Luft nach oben, aber die politische Landschaft ist auch in Oberschwaben kräftig in Bewegung, so Ziegler. Die Linken wolle man außen vor halten und auch gegenüber den Bündnis Grünen wolle man sich thematisch klar abgrenzen. „Kirchentagsbewegt“ erklärte er, Jugendliche für mehr soziale Gerechtigkeit im Sinne von „Fair teilen – statt sozial spalten“ begeistern zu wollen und hob die großen Schnittmengen der SPD und der christlichen Kirchen hervor.
Die 45- jährige Sozialfachwirtin Christel Ulmer, die in der Gemeinde Neukirch im Bodenseekreis eine Kindertageseinrichtung leitet, machte in ihrer Bewerbungs-Rede zunächst auf die Missstände im württembergischen Bildungssystem aufmerksam. Die Ansprüche an die diversen Bildungseinrichtungen würden qualitativ und quantitativ dauernd gesteigert, die finanziellen Mittel jedoch nicht annähernd ausreichend angepasst. Das jetzige System habe „das Wunder Kind, mit seiner einzigartigen Fähigkeit zu lernen, sich so zu entwickeln, dass es in der Gesellschaft bestehen kann, nicht im Blick“, so Ulmer. Sie kritisierte zudem, dass man die Garantie auf Krippenplätze derzeit wieder anzweifle. „Familien brauchen verlässliche Aussagen und klare Ziele. Sie brauchen Planungssicherheit.“ Zudem erteilte sie Modellen wie dem Betreuungsgeld oder auch der Werkrealschule eine klare Absage. Die Rede vom „Kinderland Baden-Württemberg“ sei eine Farce, so die Erzieherin weiter. 
Neben ihrem Schwerpunktthema sprach sie sich für eine Finanzpolitik aus, die keine Steuergeschenke mache, sondern die Kommunen nachhaltig stärke. In der Energiepolitik forderte Ulmer eine dezentrale Versorgung, die die vorhandenen Möglichkeiten der regenerativen Energien nutze und kommende Generationen nicht belaste. Ein Ausstieg aus dem Atomausstieg ist aus ihrer Sicht unverantwortlich.
Sie wolle „klare Antworten geben, Mut zur Offenheit haben und den Wählern etwas zutrauen“ so Christel Ulmer. Die zahlreich erschienen SPD-Mitglieder haben Christel Ulmer als „Quereinsteigerin“ mit 95% der abgegebenen Stimmen für ihre Landtagskandidatur eine überwältigende Zustimmung gegeben.

Fabian Börner, der von den SPD-Mitgliedern als Ersatzkandidat nominiert wurde, ist 20-Jahre alt und derzeit Azubi bei Müller-Weingarten. In seiner erfrischenden Rede hob er als IG-Metallmitglied den „Schulterschluss mit den Gewerkschaften“ als Ziel hervor. Auch forderte er Garantien zur Übernahme von Auszubildenden trotz der schwierigen Zeit einer Wirtschaftskrise. Zudem prangerte er die Studiengebühren an, die auch ihn zunächst vom Studieren abgehalten hätten. Börner wurde mit 87 Prozent der Stimmen als Ersatzkandidat gewählt.

Mit einem Dank an Rudolf Bindig, der mit seiner langjährigen politischen Erfahrung als Versammlungsleiter die Wahlen zügig und mit Geschick durchführte und einer Einladung an alle Mitglieder zur Kreismitglieder-Konferenz am Samstag, 19.Juni in Isny, wurde die Versammlung vom Kreisvorsitzenden beendet.

Homepage SPD Kreisverband Ravensburg

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