SPD-Landtagsmitglied Claus Schmiedel sieht die Zukunft der Energie in der Dezentralität

Veröffentlicht am 14.12.2010 in Presseecho

Bernd Sontheim erklärt Otto Ziegler, Claus Schmiedel, Dirk Holst und Edwin Stöckle die Anlage im Stephanuswerk. Foto:Loe

Claus Schmiedel, Landtagsmitglied der SPD, hat gestern Isny besucht. Im Gespräch mit Bürgermeister Rainer Magenreuter wollte er sich in erster Linie einen Eindruck über die Aktivitäten der Freien Energiestadt verschaffen. Magenreuter gab ihm einen Überblick über die Geschichte der Stadt und die aktuellen Baumaßnahmen samt Energiekonzept. Helen Maus und Manfred Behrning vom Regionalen Energieforum (Refi) stellen ihre Arbeit und die Ziele vor.

Ziel: „Isny versorgt sich selber“

Bei einer Besichtigung des Heizkraftwerks am Stephanuswerk, das sich vom Gas der Biogasanlage im Industriegebiet Isnys nährt, sagte Claus Schmiedel: „Das ist ein wichtiger Baustein zu ,Isny versorgt sich selber‘.“ Der mit dem Gas der Biogasanlage erzeugte Strom wird laut Stephanuswerk-Direktor Dirk Holst vom Inhaber der Anlage verkauft, das Stephanuswerk nimmt die Wärme ab und heizt damit all seine Gebäude. Das Material für die Anlage käme vom Überschuss der umliegenden Bauern, beispielsweise Grünschnitt.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende kritisierte in diesem Zusammenhang das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 nur 20 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien erzeugen zu wollen. „Bereits jetzt sind manche Landkreise schon bei 30 Prozent.“ Der Freien Energiestadt Isny bringt er „große Sympathie“ entgegen. „Wir brauchen einen Umbau der Energieversorgung zur dezentralen Versorgung“, so Schmiedel. Isny sei hier auf einem guten Weg. Die SPD wünsche sich, bis 2020 20 Prozent der Primärenergie, sprich Wärme, Strom und Kraftstoff, aus regenerativen Energien beziehen zu können. „Das ist doppelt so viel, wie die Bundesregierung plant, es ist ein anspruchsvolles Ziel.“
Zur Diskussion um die Windkraft sagte Schmiedel: „Mut zum Wind. Man hat sich ja auch an große Strommasten gewöhnt.“ Außerdem zeichne sich bei der Windkraft eine Revolution ab. Es soll große Akkus geben, sodass der Strom auch verfügbar sei.

aus der Schwäbischen Zeitung vom 14.12.2010

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