Keine Privatisierung unserer Autobahnen

Veröffentlicht am 04.04.2017 in Landespolitik

Resolution des Landesvorstands zum Thema Infrastrukturgesellschaft Verkehr

Keine Privatisierung unserer Autobahnen
Im Rahmen der Änderung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen, auf die sich alle 16 Landesre-gierungen und die Bundesregierung 2016 verständigt haben, wurde auf Druck von CDU/CSU unter anderem eine Reform der Auftragsverwaltung bei den Bundesautobahnen und Bundes-fernstraßen beschlossen. Nur so konnte die SPD mehr Mittel für die Bundesländer aushandeln. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann stimmte diesem Kompromiss zu, weshalb die aktuelle Empörung der Grünen unglaubwürdig ist.

Das erarbeitete Paket besteht aus zwei Gesetzentwürfen der Bundesregierung: einem Gesetz-entwurf zur Änderung des Grundgesetzes sowie einem Gesetzentwurf mit allen weiteren Re-gelungen, dem Begleitgesetz. Regelungen zur „Infrastrukturgesellschaft Verkehr“, die zukünf-tig für den Bund die Planung, den Bau und den Erhalt vor allem der Autobahnen übernehmen soll, finden sich in beiden Gesetzentwürfen. Die SPD Baden-Württemberg sieht den großen In-vestitionsstau im Bereich Verkehrsinfrastruktur, erachtet die Gründung einer zentralen Ver-kehrsinfrastrukturgesellschaft jedoch nicht als geeignetes Mittel, um diesen zu beheben.


Unser klares Ziel ist es, eine Privatisierung der deutschen Autobahnen und Bundesstraßen aus-zuschließen. Es muss grundgesetzlich geregelt werden, dass nicht nur die Bundesfernstraßen selbst im unveräußerlichen, 100prozentigen Eigentum des Bundes stehen, sondern auch die künftige Infrastrukturgesellschaft. Wir begrüßen deshalb die notwendige Klarstellung, die mit den Beschluss des Koalitionsausschusses vom 29.03.2017 erfolgt ist. Auf dieser Grundlage for-dern wir bei der Umsetzung des Beschlusses:


1. Wir favorisieren die Gründung einer zentralen Infrastrukturgesellschaft Verkehr in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Die in den Gesetzentwürfen vorgesehene Eigentümerschaft des Bundes an den Autobahnen und der Infrastrukturgesellschaft muss konkretisiert werden. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft ist für die Wahrnehmung der Aufgaben des Bundes und insbesondere für die parlamentarische Kontrolle ungeeignet und muss grundgesetzlich ausgeschlossen werden. Darüber hinaus muss die Absicherung des unveräußerlichen Eigentums des Bundes an möglichen Tochtergesellschaften gesetzlich verankert werden, ebenso der Ausschluss von öffentlich-privaten Partnerschaften bei Teil-Netzen, eine enge Beschränkung der Kreditfähigkeit der Gesellschaft, die nur dem Liquidi-tätsmanagement dient, sowie eine Staatshaftung für die Verbindlichkeiten dieser Gesell-schaft.


2. Im Interesse der Beschäftigten sind die Personalvertretungen vom ersten Schritt an einzube-ziehen. Der Personalübergang von den Straßenbauverwaltungen der Länder zum Bund muss so gestaltet werden, dass er im Sinne der Beschäftigten ist und zu einer leistungsfähi-gen neuen Struktur führt. Wir setzen uns im Sinne der Beschäftigten für eine gesetzliche Re-gelung ein, die der Gesellschaft vorschreibt, einen Tarifvertrag abzuschließen. Darüber hin-aus wollen wir rechtlich sicherstellen, dass die Konditionen für den Personalübergang im Rahmen eines Überleitungstarifvertrags geregelt werden.


3. Die Kontroll- und Einflussmöglichkeiten des Deutschen Bundestages bezüglich der Ver-kehrsinvestitionen des Bundes müssen gestärkt werden – nicht nur gegenüber der bisheri-gen Auftragsverwaltung, sondern auch durch umfassende Steuerungsrechte des Parlaments gegenüber der Gesellschaft.


01. April 2017
SPD-Landesvorstand Baden-Württemberg

Homepage SPD Bad Waldsee

Jetzt Mitglied werden

Neuigkeiten

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de