Ganztagsschulen sind ein Gewinn – Kooperationsverbot abschaffen

Veröffentlicht am 07.06.2017 in Reden/Artikel

Zur Vorstellung der Ergebnisse der qualitativen Studie „Mehr Schule wagen! Empfehlungen für guten Ganztag“ am 29. Mai in Berlin, die eine Grundlage für ein Policy Paper der Bertelsmann Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung, Stiftung Mercator und Vodafone Stiftung ist, erklärt Ulf Daude, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD:
 
Ganztagsschulen sind heute weit mehr als ein Betreuungsangebot nach dem Schulunterricht am Vormittag. Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB)hat dies schon länger erkannt und auf ihrer Bundeskonferenz 2014 das Positionspapier „Gute Ganztagsschule – Ein Weg, der sich lohnt!“ beschlossen. Wir freuen uns, dass die Inhalte weitgehend von dieser aktuellen Studie wissenschaftlich bestätigt werden. Auch in die Beschlusslage der SPD und in den aktuellen Leitantrag des Parteivorstands wurden zentrale Punkte aus unserem Positionspapier übernommen.
 
Eltern fordern mit Recht den Ausbau hochwertiger und verlässlicher Ganztagsschulen in Deutschland für bessere Strukturen der Tagesplanung an Schulen, für ein erfolgreicheres Lernen und für die bessere Förderung aller Kinder. Außerdem ermöglichen gute Ganztagsschulen die Umsetzung eines modernen Familienlebens und entlasten den familiären Alltag deutlich.
 

In den Ländern erfolgt die Umsetzung von Ganztagsangeboten aber sehr unterschiedlich und nicht immer befriedigend. Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung fordert daher:
 
•    die Einführung eines gemeinsamen bundesweiten Qualitätsrahmens, der allen Ländern als Orientierung und als Ziel dienen soll.
•    die Gebührenfreiheit aller Ganztagsangebote für die Eltern, da bessere Bildung und Betreuung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen darf.
•    die Abschaffung des Kooperationsverbotes. Die Länder und Kommunen dürfen bei dieser überregionalen Aufgabe von bundesweiter Bedeutung nicht alleine gelassen werden. Der Bund muss verbindlich in die Finanzierung der nötigen Ressourcen einbezogen werden.
•    Schule neu zu denken. Durch den Ausbau guter rhythmisierter Ganztagschulen entstehen bessere Planungsmöglichkeiten für den Tagesablauf mit gezielt platzierten Lern- und Übungsphasen sowie Phasen zur Entspannung und der Förderungen von individuellen Neigungen und Interessen der SchülerInnen. Durch eine moderne Gestaltung verbessert sich der Lernerfolg insgesamt und Stress und Frust werden abgebaut. Hausaufgaben werden als Übungszeiten in den Ganztag integriert, wodurch alle SchülerInnen hierbei professionell betreut werden können. Nach der Schule ist in der Regel frei, sodass hier eine Entlastung und Freiräume für Sport, Spiel und Engagement in Vereinen etc. entstehen.
•    die Einführung eines Rechtsanspruches auf einen guten Ganztagschulplatz. Um den flächendeckenden Ausbau voranzubringen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gutem und besserem Lernen umzusetzen, bedarf es der Einführung eines Rechtanspruches für alle Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen möchten. Dies darf nicht der Kassenlage oder dem guten Willen von Ländern und Kommunen überlassen werden.
 

Homepage SPD Bad Waldsee

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